Mein Praxisimpuls für Führungskräfte!
In über 20 Jahren Coaching- und Beratungspraxis im Bereich Führungspsychologie und psychischer Gesundheit in Unternehmen hat sich eine Erkenntnis immer wieder bestätigt: Ihre Haltung, sehr geehrte Führungskraft, und Ihr Führungsverhalten entscheiden maßgeblich darüber, ob Belastungen am Arbeitsplatz verarbeitet oder krank machen!
Was für viele wie eine Binsenweisheit klingt, ist durch zahlreiche Studien, u. a. der DAK und Techniker Krankenkasse, klar belegt: Führungskräfte prägen das Erleben von Kontrolle, Sicherheit und Sinn – und damit auch die psychische Stabilität ihrer Teams.
Im Folgenden stelle ich Ihnen acht konkrete Handlungsfelder vor, die ich regelmäßig mit Führungsteams in Workshops und Supervisionen bearbeite. Diese Punkte sind keine Theorie, sondern erprobt, überprüft und in der Praxis umsetzbar. Wenn Sie diese Bausteine in Ihrer Führungsarbeit anwenden, reduzieren Sie gezielt psychische Beanspruchungen und erhöhen zugleich Leistungsfähigkeit und Bindung im Team.
1. Sie schaffen Sicherheit durch klare Rahmenbedingungen
Verlässlichkeit entsteht nicht durch Wohlfühlrhetorik, sondern durch klar definierte Strukturen. Arbeitsplatzbeschreibungen, abgestimmte Prozesse, feste Kommunikationskanäle – all das reduziert Komplexität. Mitarbeiter brauchen Orientierung. Wer weiß, woran er ist, wird weniger anfällig für Stresssymptome.
2. Sie vermitteln Ziele – konkret, messbar und nachvollziehbar
Führung heißt: Richtung geben. Dafür brauchen Sie operative und strategische Ziele, die jeder im Team kennt – keine leeren Phrasen, sondern Kennzahlen: Fehlerquote, Bearbeitungszeit, Umsatz. Ohne gemeinsame Zielbilder verlieren Mitarbeiter die Identifikation. Der Rückzug ins Dienst-nach-Vorschrift ist dann oft nicht weit.
3. Sie etablieren klare Regeln – und sorgen für deren Einhaltung
Gleichbehandlung, Gerechtigkeit und Verlässlichkeit entstehen durch transparente Spielregeln. Es reicht nicht, Regeln zu formulieren – sie müssen gelebt werden. Sanktionen sind kein Ausdruck von Härte, sondern von Fairness. Übrigens: Teams akzeptieren Regeln eher, wenn sie an deren Entwicklung beteiligt werden.

4. Sie kommunizieren regelmäßig – ritualisiert und lösungsorientiert
Gesprächsformate wie Morgenrunden, Wochenrückblicke oder strukturierte Feedbackgespräche geben Sicherheit. Gerade in Zeiten hoher Belastung sind Sie als Gesprächspartner gefragt – nicht als Therapeut, sondern als souveräner Zuhörer und lösungsorientierter Gestalter.
5. Sie übernehmen Verantwortung – auch als Vorbild
Ihre Mitarbeitenden beobachten mehr, als Sie denken. Wie Sie mit Stress umgehen, wie konsequent Sie mit Regeln umgehen, ob Sie selbst zu spät kommen oder sich an Vereinbarungen halten – das alles ist ein psychologischer Verstärker. Ihre persönliche Integrität wirkt stärker als jedes Leitbild.
6. Sie schützen Ihre eigenen Ressourcen
Wenn Sie ausbrennen, helfen Sie niemandem. Ihre Haltung im Umgang mit Überlastung, Krankheit, Fehlern – all das prägt das Teamklima. Handeln Sie reflektiert, nicht impulsiv. Schaffen Sie sich selbst einen Rahmen, in dem Sie stabil bleiben können. Das ist kein Egoismus, sondern professionelle Führungsarbeit.
7. Sie geben Feedback – strukturiert und verbindlich
Mitarbeitende brauchen Rückmeldung, und zwar regelmäßig. Und auch Sie brauchen Feedback – von oben, von Kollegen, vom Team. Etablieren Sie Feedback als festen Bestandteil Ihrer Führungsroutine, dokumentieren Sie es, und machen Sie es verbindlich. Ohne Protokoll kein Fortschritt.
8. Sie kümmern sich – konkret, schnell, nachvollziehbar
Empathie allein reicht nicht. Was zählt, ist Ihre Handlungsbereitschaft. Probleme, die gehört, aber nicht gelöst werden, steigern Frustration und Demotivation. Nutzen Sie moderne Tools, um Aufgaben nachzuhalten – oder vereinbaren Sie einfache Meldewege im Team. Wichtig: Ihre Reaktion muss erkennbar sein.
Fazit: Führung ist der stärkste Hebel gegen psychische Fehlbeanspruchung
Gute Führung ist kein Zufall. Sie basiert auf Haltung, System und Reflexion. Diese zehn Punkte sind Ihr Werkzeugkoffer. In Coachings und Supervisionen mit Führungskräften arbeite ich regelmäßig an genau diesen Themen. Manche Führungskräfte schneiden bei Mitarbeiterbefragungen besonders gut ab – weil sie diese Prinzipien leben.
Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass auch Sie zu diesen Vorbildern gehören!
Wenn Sie konkrete Fragen haben oder eine praxisnahe Begleitung wünschen: Ich stehe Ihnen gerne zur Verfügung.
Ihr
Jürgen Loga
Coach & Berater
für Führung, psychische Gesundheit und Organisationsentwicklung